Freie und Unabhängige Wähler sprechen sich gegen Betriebserweiterung bei Tönnies aus

Wie der Presse entnommen werden kann, plant die Tönnies Holding GmbH & Co. KG eine Kapazitätserhöhung der Schlachtkapazitäten um 17% am Standort Rheda-Wiedenbrück. Die FWG/UWG-Kreistagsfraktion sieht das kritisch und steht dem Vorhaben ablehnend gegenüber.

Die Begründung liegt vor allem in der zunehmenden Zentralisierung der Schlachtbetriebe in Deutschland. Die Erweiterung der Kapazität wäre gleichbedeutend mit einem erhöhten LKW-Aufkommen von 17% und ebenfalls einem erhöhten Wasserverbrauch in derselben prozentualen Höhe. Die 4000 zusätzlichen Tiere, die pro Tag geschlachtet werden sollen, kommen dabei nicht unbedingt aus der Region. Oftmals werden sie aus dem ganzen Land geholt. Das verursacht extremes Leid für die eingepferchten Tiere und einen erhöhten CO2 Ausstoß durch die langen Anfahrtswege. Hinzu kommt der enorme Wasserverbrauch, der bei ca. 5500 Liter pro Kilogramm Schweinefleisch liegt. Eine etwaige Unterversorgung, oder der Markt von dem die Tönnies Holding spricht, ist zumindest in Deutschland nicht existent: Die Versorgungsquote mit Schweinefleisch in Deutschland lag im Jahr 2016 bereits bei 121%. Mit anderen Worten: Wir sind Überversorgt! Die Konsequenz ist, dass das verarbeitete Fleisch wieder auf die Reise geschickt und exportiert wird. Die absolute Exportmenge für Schweinefleisch betrug 2016 2,5 Millionen Tonnen Schlachtgewicht, was 62.500 voll beladenen LKWs entspricht. Die dadurch entstehende Umweltbelastung ist unnötig und nicht hinzunehmen.

Hinzu kommen die Auswirkungen auf die Zielmärkte, da auf Grund der EU-Subventionen – die Tönnies Holding erhielt 2016 ca. 1,2 Millionen € Subventionen aus EU-Töpfen – deutsche Fleischexporte einen Preisvorteil gegenüber lokalen Produkten habe. Faire Marktwirtschaft sieht anders aus! Begünstigt wird dieser Umstand noch durch die Verhandlungsmacht großer, zentralisierter Schlachtbetriebe. Sie können wesentlich günstigere Preise bei den Landwirten durchsetzen. Auch heimische, kleinere Schlachtereien leiden unter der scheinbar übermächtigen Konkurrenz. Es wird deutlich, dass es bei der Erweiterung Schlicht um wirtschaftliche Interessen geht. Zusätzlich zielen sie vor allem auf Export. Das Ganze geht dabei allerdings zu Lasten der Umwelt, kleiner und lokaler Betriebe und hat des Weiteren ungeahnte Folgen für die Zielmärkte des Schweinefleisches. In Deutschland brauchen wir diese Mengen nämlich nicht.
Aus diesen Gründen wären dezentrale, kleinere Schlachtereien zu bevorzugen. Es spart Transportwege, das Leid der Tiere kann reduziert werden und es ist bedarfsgerechter. Hinzu kommt, dass diese den Landwirten fairere Preise bieten könnten. Gerade diesen kleinen Betrieben werden zusätzlich Steine in den Weg gelegt, etwa durch Auflagen oder EU-Richtlinien. In Kommunen in Niedersachsen sind Ansiedlungen großer Schlachtbetriebe bereits dankend abgelehnt worden. Diesem Beispiel muss gefolgt werden. Deshalb: Nein zur Tönnies Erweiterung!

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