Brief an Bürgermeister Schulz

Bezüglich der öffentlichen Beschlussvorlage der Stadt Gütersloh vom 06. 03. 2018 (Drucksachennummer 59/2018) möchte ich gerne Stellung beziehen, zumal das Thema ja mehr und mehr an Brisanz zulegt. Es würde mich sehr freuen, wenn die Redaktion diesen meinen Leserbrief aufgreifen würde, den ich übrigens auch dem Bürgermeister habe zukommen lassen.

Ich wohne seit geraumer Zeit in besagter Dr.- Brinkmann-Str. Als ich vor Jahren diese von meinem NAVI geleitet erstmals anfuhr, kam aus dem Lautsprecher folgender Satz:“ Das Ziel liegt in einer verkehrsbehinderten Zone.“ Was ich vorfand war eine zugegebene schmale Straße mit elf Einfamilienhäusern, die einander fast wie ein Ei dem anderen glichen. Eine ausgesprochen homogene Siedlung. Rundum viel Blühendes und Grünes.

Blicke ich heute die Straße hinunter, können einem die Tränen kommen. Vier Areale wurden dem Erdboden gleich gemacht. Auf zweien wurden Steinklötze errichtet, die mich mehr an die übergroßen Betonbunker im 2. Weltkrieg erinnern, als an schön gestalteten Wohnraum. Hier wurde eine Siedlungsstruktur die vorbildlich war einfach zerstört. Und viele Bürger Ihrer Stadt hat das fassungslos gemacht. Fassungslos auch und im Besonderen, weil Entscheider in Ihrer Verwaltung dies alles auch noch genehmigt und abgehakt haben. Und zumal der Irrsinn ja noch weitergehen soll. Mal ganz abgesehen von den städtebaulichen Verfehlungen werden in dieser kleinen Siedlung demnächst mehr als doppelt so viele Leute leben mit entsprechendem Verkehrs- und Parkplatzproblemen.

Vor zwei Jahren wollten wir auf unserem Grundstück einen Nussbaum fällen, der vier Grundstücke behindert. Die Stadt hat es verboten. Jetzt wurden vier Grundstücke regelrecht platt gemacht. Da kam einfach der Bagger und ruck zuck war kein Baum oder Busch mehr zu sehen. Keine Blume geschweige ein Grashalm. Zum Teil ist alles schon zubetoniert. Soll man das verstehen können? Wo verbirgt sich hier die Logik?  Die bisherigen Baumaßnahmen haben in einigen Nachbarhäusern bereits Schäden hervorgerufen. Das hält aber anscheinend niemand davon ab bei nachweisbar sehr schlechten Bodenverhältnissen eine Tiefgarage zu genehmigen. Angekündigt auf der großen Bebauungstafel am Ende der Straße. Und wenn man dann einen Bauherren anspricht, weil er die Bauvorschriften nicht eingehalten hat und zur Antwort bekommt:“ Wieso dafür habe ich ja meine Strafe bezahlt“, kann man als Betroffener nur noch den Kopf schütteln. Nach dem Motto hast du genug Geld und kannst es dir leisten, sind Bausünden gar nicht so schlimm. So jedenfalls kommt es beim Bürger an.

Mit freundlichem Gruß eines frustrierten Bürgers
Klaus Wolf

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