,

UWG will unabhängige Kraft bleiben

Eins steht für die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) über allem: eine gute Lebensqualität für alle in Gütersloh. Dafür wollen die Unabhängigen auch im nächsten Stadtrat streiten und sich für ihre Ziele Mehrheiten suchen.

„Es geht uns in Gütersloh noch sehr gut. Wir wollen daran arbeiten, dass das auch so bleibt“, erklärte Ratsherr Norbert Bohlmann am Freitag. Im Redaktionsgespräch mit der „Glocke“ stellt er mit Peter Kalley, UWG-Bürgermeisterkandidat und Kreisvorsitzender, das Wahlprogramm vor. Das große Thema, an dem alle sich reiben, machen sie nicht aus. Gleichwohl sehen die Ratsherren auf vielen Feldern Handlungsbedarf und wissen um die geringen finanziellen Spielräume. Dazu zählen sie eine wie auch immer geartete engere Kooperation der drei Krankenhäuser in Gütersloh auch unter Einbeziehung der niedergelassenen Ärzte. „Kostspielige Parallelstrukturen“ müssten vermieden werden, mahnen die Ratsherren. Die Stadtwerke wollen sie zu einem Energieerzeuger und Dienstleister umgebaut sehen. Ob mit oder ohne Bielefeld, lassen sie offen. „Uns fehlt die Akteneinsicht“, so Bohlmann.


Die UWG fordert die Umgehung für Friedrichsdorf und den Radweg an der Straße In der Worth in Spexard. Der Discounter an der Osnabrücker Landstraße soll zu Edeka ziehen, keinesfalls auf eine der Freiflächen. Ein neues Gewerbegebiet am Hüttenbrink in Spexard lehnt die UWG ebenso ab wie eine Biogasanlage in Pavenstädt. Vermögen, das für kommunale Aufgaben nicht benötigt wird, etwa Grundstücke, soll verkauft werden, um Schulden zu tilgen. Ausdrücklich bekennen sich die Unabhängigen zum Theaterneubau, der auf lange Sicht preiswerter sei, als der Umbau und Unterhalt der abgerissenen Paul-Thöne-Halle es gewesen wären.

Im Quartier nördlich der Strengerstraße sollen Einzelhandel oder ein Einkaufszentrum mit einer Nutzfläche von maximal 15 000 Quadratmetern ermöglicht werden. Die UWG hatte bei der Kommunalwahl 2004 mit 3,61 Prozent zwei Ratsmandate eingefahren. Die Ratsleute rechnen sich an, dass sie gerade im Bereich Stadtplanung Entwicklungen im Rahmen der Möglichkeiten mit gelenkt hätten. Im neuen Rat geht es ihnen darum, absolute Mehrheiten zu verhindern. Mehrheiten müssten sich von Fall zu Fall sachorientiert bilden, erklären Bohlmann und Kalley unisono. Dazu wollen sie beitragen. Ein prozentuales Wahlziel nennen sie nicht. Ihr Ziel ist es, in den Ausschüssen Stimmrecht zu erlangen. Das würde eine deutliche Steigerung des letzten Wahlergebnisses voraussetzen.

Copyright © Die Glocke 2009 vom 24.07.2009