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Politik an den Parteien vorbei

Parteienwissenschaftliches Symposion 2011: „Freie Wähler“ und kommunale Wählervereinigungen als Alternative am 8. und 9. April 2011 in Düsseldorf.

Freie Wählervereinigungen haben außerhalb der lokalen Politikforschung bislang relativ wenig Aufmerksamkeit erregt. Das ist verwunderlich. Immerhin bilden kommunale Wählergemeinschaften seit der Nachkriegszeit einen festen Bestandteil des politischen Systems der Bundesrepublik Deutschland. Nach beachtlichen Erfolgen in der Anfangs-phase und einer längeren Schwächeperiode in den 60er und 70er Jahren sind die Wählergemeinschaften seit den 90ern wieder erkennbar im Aufwind. In Süddeutschland können vor allem die „Freien Wähler“ immer wieder deutliche Wahlerfolge verbuchen. In Baden-Württemberg etwa stellen sie seit 2009 rund 45 Prozent aller Gemeinderäte.


Bundesweit haben sie nach eigenen Angaben mit 280.000 Mit-gliedern inzwischen mehr eingetragene Anhänger als FDP, Die Grünen und Die Linke zusammen. Mit der Beteiligung an Wahlen jenseits der kommunalen Ebene stehen die „Freien Wähler“ nun jedoch vor einem Dilemma: Verlassen sie die kommunale Ebene, gewinnen sie zwar politischen Einfluss, riskieren aber ihre Bürgernähe und damit Glaubwürdigkeit. Schließlich verstehen sich die meisten Vereinigungen selbst als „Anti-Parteien-Parteien“, die jenseits des Schwarz-Weiß-Denkens der Etablierten vermeintlich ideologiefreie und überparteiliche Sachpolitik betreiben wollen. An diesem entscheidenden Punkt möchten wir mit unserem diesjährigen Symposion ansetzen und uns dem Phänomen der freien Wählervereini-gungen aus politik- und rechtswissenschaftlicher Perspektive nähern.

Informationen zur Anmeldung und den Vorträgen entnehmen Sie bitte dem Flyer (PDF) zur Veranstaltung.