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UWG kümmert sich

Die Nutzung der Schulsporthallen als Flüchtlingsunterkunft beinträchtigt die Integrationsarbeit an Schulen und in Vereinen

Vertreter der Schulpflegschaft beschreiben einerseits den großen Einsatz von Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern für die Integration der Flüchtlingskinder. Kurzfristig und unbürokratisch wurden Gastkinder an Schulen aufgenommen. Eine große Gruppe von Schülerinnen und Schülern sowie Lehrerinnen und Lehrern der Schule erteilt in der Freizeit Deutschunterricht und viele Eltern engagieren sich ebenfalls ehrenamtlich an unterschiedlichen Stellen in der Flüchtlingshilfe.

Es geht jedoch nicht nur um den Schulsport, auch unsere Vereine bieten, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß, eine wesentliche Möglichkeit zur Integration, die von keiner staatlichen Institutionen in vergleichbarer Form realisiert werden kann und deshalb nicht unterminiert werden sollte. Die Belegung der Sporthallen mit den Flüchtlingen beeinträchtigt diese wichtigen Aktivitäten und soll auf ein Minimum beschränkt werden.


Antwort der UWG:

Zweifellos sind auf Schulen und Vereine durch die Unterbringung der Flüchtlinge in Sporthallen kurzfristig erhebliche Belastungen zugekommen, denen wir uns aufgrund unserer abendländischen Kultur und unsere Geschichte nicht entziehen wollen und können.

Die UWG hat vorgeschlagen, anstelle der geplanten Holzhäuser Wohncontainer aufzustellen. Vermutlich ist der Begriff „Container-Siedlung“ negativ belegt und wurde im Rat mehrheitlich abgelehnt. Diese Entscheidung wurde von der UWG nicht getragen.

Um Soziale Brennpunkte zu verhindern, sollen in den geplanten Holzhaus-Siedlungen Flüchtlings- und einheimische Familien angesiedelt und integriert werden, ein schöner Plan, der jedoch angesichts des kaum gebremsten Zustroms nicht gelingen kann, zudem stehen hiesige Familien mit Kindern dem islamischen Kulturkreis manchmal reserviert gegenüber und meiden diese Nachbarschaft.

Auch in den Holzhaus-Siedlungen, so hübsch sie auch geplant sind, werden sich problematische soziale Strukturen entwickeln und über die Jahre hinweg verfestigen. Beispiele aus Harsewinkel, Verl, Köln-Chorweiler und vielen anderen Kommunen belegen solche Entwicklungen mannigfach. Der Integrationsprozeß, wenn er denn gelingen soll, ist ohne jeden Zweifel ein Langzeitprojekt – Generationen übergreifend. Auch wenn es architektonisch unbefriedigend ist, sollte der baldigen zeitlich befristeten Unterbringung in Containern der Vorzug gegeben werden.

Die Vorteile liegen auf der Hand, Integrationswillige können ohne Zeitdruck über die Stadt verteilt werden, das Wohnen im Container ist nur halb so teuer wie das Wohnen im Holzhaus und für das gleiche Geld können dreimal so viele Flüchtlinge untergebracht werden. Ein weiteres Problem ist, dass Holzhäuser nur bei sachgerechter Pflege eine gute Wohnqualität garantieren. Selbst geringfügige Beschädigungen der in den Wänden integrierten Dampfsperren können, zumal bei hoher Belegung, zu Feuchtigkeitsschäden mit Schimmelbildung führen, deren Sanierung aufwendig ist. Eine jahrzehntelange Nutzungsdauer solcher Häuser ist nur bei sachkundigem und achtsamem Gebrauch möglich. Wohncontainer dagegen sind ziemlich robust und können, wenn auch mit deutlichen Abstrichen, jederzeit verkauft werden.

Nach Abzug der britischen Streitkräfte 2018 stehen zahlreiche Unterbringungsmöglichkeiten zu Verfügung. Deshalb ist es zielführend, den unter uns weilenden Flüchtlingen schnell und effizient, wenn auch nur befristet, Wohnraum zu schaffen. Wohncontainer, heute bestellt und auf aktuellem Stand, Brandschutz und Energiesparverordnung betreffend, könnten Ende Mai bezogen werden (Herstellerauskunft). Eine gebrauchte Containerwohnung, 3 Zimmer, Dusche, WC. 73 m² könnte heute (23.2.1016) für 25000 € gekauft werden.
Etliche moderne Hotels im Ausland, die in Containern eingerichtet wurden, beweisen eine gute Aufenthaltsqualität, dies bestätigen auch deutsche Wissenschaftler, die seit sechs Jahren, auch im Winter, in Wohncontainern am Südpol leben. Wohnen im Container ist komfortabel möglich auch wenn das Schwedenhäuschen natürlich attraktiver ist.

Als hoch polarisierend sehe ich die Botschaft an, die mit einem hübschen Schwedenhaus mit kleiner Grünfläche, Typ „Hannover“ oder „Harsewinkel“, verbreitet wird: eine deutsche Familie, die sich trotz vollschichtiger beruflicher Tätigkeit nur eine Wohnung an einer viel befahrenen Straße leisten kann, wird anders reagieren als die glücklichen und stolzen Bewohner dieses modernen Neubaus, die einen suchen enttäuscht und frustriert Gleichgesinnte, die anderen werden Bilder ihrer neuen Unterkunft in die ganze Welt posten, Schlepper werden mit solchen Bildern weitere Opfer suchen und finden und gute Geschäfte machen.

Auf meine alten Tage beteilige ich mich an der medizinischen Versorgung der Flüchtlinge in der Notunterkunft Schloss-Holte, eine Xenophobie kann man mir sicherlich nicht unterstellen, dennoch meine ich, dass die Bedürfnisse der Flüchtlinge und die der hiesigen Bevölkerung, sei es in Schule oder Verein, austariert werden müssen. Der Beschluß, 416 Flüchtlinge für 7,5 Mio € nach längerer Bauzeit in Holzhäusern unterzubringen ist nach Überzeugung der UWG nicht sachgerecht, wenn man für das gleiche Geld innert weniger Monate 1248 Flüchtlinge in Containern einquartieren könnte. Eine Vorgehensweise, die nach Meinung der UWG weder geeignet ist, Flüchtlinge zeitnah aus der qualvollen, zermürbenden Enge der Sporthallen zu befreien, noch diese Hallen in absehbarer Zeit ihrer ursprünglichen Nutzung zuzuführen. Darüber hinaus wird der soziale Frieden über Gebühr strapaziert.

R. Friedrichs
Bildungspolitischer Sprecher der UWG