Stadt.LEBEN – Innenstädte als Identifikationsorte

Bericht über die Tagung: Stadt.LEBEN – Innenstädte als Identifikationsorte vom 12. März 2019 im Baukunstarchiv NRW, Ostwall 7, 44135 Dortmund. Eine Veranstaltung des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW, der Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing e. V. und des Netzwerks Innenstadt NRW: „Innenstädte sind Spiegelbilder der Gesellschaft und Identifikationsorte der Menschen. Sie sind die Herzen unsere Städte und verändern sich ständig. Wie kann es gelingen, die Stadt stark zu machen? Das Aufgabenfeld von Stadtplanern, Handel und Stadtmarketing-Verantwortlichen ist es, die eigene Stadt lebendig und wirtschaftlich stark zu machen. Dazu gehört auch ein detailliertes Wissen über die Einwohner, den Absatzmarkt, das Wettbewerbsumfeld und ein regelmäßiger Austausch untereinander.“

Fragestellung der Tagung: Wie gelingt es, bei all den Innenstadtkonzepten und –plänen den Mensch nicht aus dem Blickfeld zu verlieren? Wie plant man Innenstadt für den Menschen? Wie gestaltet man Muträume? Sind die planbar oder wie unterstützt man Eigeninitiative der Bewohner einer Stadt?

Wie wollen wir alle zukünftig in unseren Städten leben und gibt es eine Symbiose von Stadtgestaltern?

Die Vorträge von Herr Prof. Dr., phil. Rainer Zimmermann, Strategie und Design, Hochschule Düsseldorf und Andreas Reiter, ZTB Zukunftsbüro, Wien, unter der Moderation von Prof. Rudolf Scheuvens, Technische Universität Wien waren sehr interessant. Ihre Präsentationen sind als Anlage beigefügt. Eine Kernaussage der Fachleute war, dass sich das Freizeit- und Konsumverhalten verändert hat. Handel allein reicht nicht mehr aus, um die Innenstadt attraktiv zu erhalten. Die Innenstadt ist die letzte analoge Ikone! Wenn man dem digitalen Handel etwas entgegensetzen will, muss man im Dialog mit allen Akteuren die Gestaltung des öffentlichen Raumes im Sinne der Nutzer gestalten. Nur so kann die Kannibalisierung (1€ Shop, Teddy etc.), der Innenstadt etwas entgegengesetzt werden.

Das sogenannte Erlebnisshopping ist keine Alternative. ALDI und LIDL werden Totalversorger! Unten Geschäft, oben Wohnen. Die Wohnungen vermieten sie selbst in Verbindung mit einem Paket für Strom, Mobilfunk, Internet, Netflix etc. Menschen erobern den öffentlichen Raum zurück, damit steht beim Stadtmarketing der Handel nicht mehr im Vordergrund.

Interessant war auch, dass die vertikale Produktion aufgrund der Digitalisierung in die Innenstädte zurückkehrt. Welche Bedeutung die Innenstadt für eine Kommune hat, erläutere Prof. Rudolf Scheuvens am Beispiel der Stadt Münster: Die Innenstadt Münster macht nur ca. 2 bis 3 Prozent des Stadtgebietes Münster aus, prägt allerdings die Stadt in besonderer Weise. Münster ohne die Innenstadt ist nicht denkbar.

Für die Innenstadt der Zukunft ist ein integratives Entwicklungskonzept im Sinne aller Nutzer notwendig. Nur so erobern die Menschen den öffentlichen Raum zurück. Die Innenstadt wird wieder das Wohnzimmer, in dem sich die Einwohner gerne aufhalten.

Flüssige Orte, flüssige Identitäten (PDF-Datei)
Urbanität im 21. Jahrhundert (PDF-Datei)

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