Langzeitdesaster bei den Gewerbeflächen in Gütersloh

Die aktuelle Entwicklung mit der möglichen weiteren militärischen Nutzung des Flughafens zeigt wieder das Totalversagen der Gütersloher Lokalpolitik in Sachen Entwicklung von Gewerbeflächen auf.

Nun die Schuld für ein jahrelanges Versäumnis auf andere (die Briten) zu schieben ist unredlich. Seit Gründung der UWG Gütersloh vor 28 Jahren kämpfen wir leider ohne großen Erfolg für die Entwicklung von Gewerbeflächen in Gütersloh. In dieser Zeit ist es der politischen Mehrheit in Gütersloh gelungen fast jede Entwicklung von notwendigen Gewerbeflächen, die ja Arbeitsplätze schaffen und Steuereinnahmen generieren, zu verhindern. So hat man die eine oder andere Expansionsmöglichkeit der heimischen Wirtschaft vor Ort ausgebremst.

Zu den Gewerbeflächen führte seinerzeit unser heutiger Bürgermeister (Herr Morkes) aus „dass die BfGT die vorhandenen Flächen nach wie vor für ausreichend halte. […] Insgesamt würden mindestens 69ha an freien Reserven zur Verfügung stehen. Betriebsgebundene Reserven wurden mit ca. 53ha angegeben“, soweit das Zitat aus der Niederschrift des Planungsausschusses vom 01.03.2005. Diese komfortablen Reserven gab es in der Stadt Gütersloh in den letzten 25 Jahren nicht.

Die Bezirksregierung Detmold sah im Entwurf des Gebietsentwicklungsplanes die Ausweisung von rund 100 ha Gewerbeflächen vor, verortet im Bereich der Marienfelder Straße. Es gab seinerzeit Grundstückseigentümer, die bereit waren hier der Stadt Gütersloh geeignete Flächen zur Verfügung zu stellen (Siehe Anlage). Die politische Mehrheit der Stadt Gütersloh sorgte dann unter Führung der CDU dafür, dass dieser Vorschlag der Bezirksregierung gestrichen wurde.

Die Stadt Gütersloh war damals die einzige Stadt in OWL, die auf ein Flächenkontingent zur Ausweisung von Gewerbeflächen verzichtete. Auch bei der Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes sorgte die CDU unter der Führung von Ralph Brinkhaus dafür, dass die Fläche nördlich der Marienfelder Straße nicht als Gewerbefläche ausgewiesen wurde.

Der damalige Stadtbaurat Herr Löhr sah diese Fläche seinerzeit als einzige Option an. Im Ergebnis wurde in Gütersloh im letzten Vierteljahrhundert praktisch keine größere Gewerbefläche mehr ausgewiesen. Die aktuellen Planungen für das interkommunale Gewerbegebiet mit den Kommunen Herzebrock-Clarholz und Harsewinkel müssen vermutlich wegen der anstehenden militärischen Nutzung des Flughafens auf Eis gelegt oder konzeptionell völlig neu ausgerichtet und geplant werden. Das alles kann Jahre dauern. Die Vorgaben der wirtschaftsfreundlichen schwarz-gelben Landespolitik sorgen dafür, dass praktisch nur noch interkommunale Gewerbegebiete oder Konversionsflächen als neue Gewerbegebiete ausgewiesen und genutzt werden dürfen. Die politische Mehrheit hat Gütersloh wider besseres Wissens in diese Sackgasse geführt, eine Wendemöglichkeit ist, soweit bekannt, nicht vorgesehen.

Nun offenbart sich das Ganze als ein Langzeitdesaster in der Gütersloher Gewerbeflächenpolitik und trifft massiv eines der wichtigsten Instrumente der kommunalen Wirtschaftsförderung im Standortwettbewerb.

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